Anti-Atom-Gruppen aus Frankreich und Deutschland rufen auf nach Perl zu einer
grenzüberschreitenden Kundgebung gegen Urantransporte, die durch
das Mosel- und Rheintal rollen und regelmäßig auch Bonn
durchqueren. Am Abend zuvor Weinprobe an der Müdener St.
Castorhöhle.
12. Mai 2007, 12 Uhr, Grenzbahnhof Perl/Moseltal, Dreiländereck Frankreich – Deutschland – Luxemburg
Jahrelang konzentrierte sich der Protest der Anti-Atom-Bewegung auf
das Ende der Atomspirale – die CASTOR-Atommülltransporte. Es ist Zeit
für einen neuen Schritt: Lasst uns den Atommüll verhindern, bevor er
entsteht!

Ein günstiger Ort dafür ist der deutsch–französische Grenzbahnhof
Perl–Apach im Moseltal. Alle zwei bis drei Wochen überquert hier ein
Zug mit Uranhexafluorid (UF6) die Grenze. Die brisante Fracht kommt aus
der südfranzösischen Atomfabrik Pierrelatte und wird ins westfälische
Gronau zur Anreicherung gekarrt. Dabei ist nicht nur die Radioaktivität
ein entscheidender Faktor für das Gefahrenpotential: UF6 reagiert bei
Kontakt mit Luft sofort zu ätzender, hochgiftiger Flusssäure – die
Folgen eines Unfalls wären verheerend. Durch den Ausbau der Gronauer
Urananreicherungsanlage wird der Atomverkehr in der Region
mittelfristig sogar noch weiter zunehmen; Perl–Apach wird so immer mehr
zu einem zentralen Umschlagplatz im deutsch–französischen Atomgeschäft.

Aber genau das wollen wir nicht hinnehmen! Stattdessen sollten wir
die Chance nutzen, mit breit angelegten Protesten an der gesamten
Transportstrecke – in Frankreich wie in Deutschland – das Übel an der
Wurzel zu packen. Denn wo kein Uran, da keine Anreicherung – und wo
keine Anreicherung da keine Brennstäbe zum Betrieb von Atomkraftwerken!
Deshalb werden am 12. Mai 2007 um 12 Uhr am Grenzbahnhof Perl
Anti–Atom–Initiativen aus Frankreich, Nordrhein-Westfalen und
Südwestdeutschland auf einer gemeinsamen Kundgebung gegen den atomaren
Alltag in der Region protestieren (das AKW Cattenom liegt in
Sichtweite)!
In Zeiten von G8, Globalisierung und internationaler Verflechtung
der Atommafia muss sich auch der Widerstand international vernetzen.
Das gilt auch und gerade für die Urantransporte durch halb Europa.
Lasst uns den Dreck stoppen, bevor überhaupt irgendwelche
Schrottreaktoren damit betrieben werden können!
Keine Renaissance der Atomkraft – Stopp der Urananreicherung weltweit!
